Dethlefsen/Dahlke

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Krankheit als Weg (Dethlefsen / Dahlke)

Der Körper ist niemals krank oder gesund, da in ihm lediglich die Informationen des Bewusstseins zum Ausdruck kommen – der Körper tut nichts aus sich selbst heraus!
Bewusstsein verhält sich zum Körper wie ein Radioprogramm zum Empfänger.
Krankheit bedeutet also ein Verlassen einer Harmonie bzw. die in Frage Stellung einer bisher ausbalancierten Ordnung. Gerät also das Bewusstsein ins Ungleichgewicht, wird dies in seinem Körper sichtbar und erlebbar.

Symptome sind nicht einteilbar in somatische und psychische, schon gar nicht ist der Ausdruck „Geisteskrankheiten“ zulässig.

Das Symptom darf nicht verhindert sondern muss überflüssig gemacht werden. Die Fragestellung an den Patienten lautet daher: Was fehlt ihnen, was haben Sie?
Wird das Symptom als solches angenommen, wird es zum Partner bzw. Lehrer. Heilung entsteht nur aus einer transmutierten Krankheit und niemals aus einem besiegten Symptom. Heilung geschieht vielmehr aus Angliederung des Fehlenden und ist somit ohne Bewusstseinserweiterung nicht möglich!

Krankheit ist ein Weg aus dem Unheil ins Heil.

Polarität und Einheit

Das Ego des Menschen macht es ihm unmöglich Einheit oder Ganzheit wahrzunehmen, zu erkennen oder auch nur sich vorzustellen. Sein Verstand zerlegt die Wirklichkeit ständig in Einzelstücke um dann zwischen den Stücken zu entscheiden. „Ja“ zum Einen heißt automatisch „nein“ zum anderen Teil. Wenn der Mensch „Ich“ sagt grenzt er sich bereits ab von allem, was er als „Nicht-Ich“, als du empfindet – und damit begibt er sich in die Polarität.

Krankheit ist Polarität, Heilung ist Überwindung von Polarität.

Hinter der Polarität steht das All das alles umschließt, das alles umfassende Eine. In der Einheit gibt es keine Veränderung, Wandlung oder Entwicklung, denn sie unterliegt weder Zeit noch Raum. Diese Einheit aber können wir uns nicht vorstellen.

Die aus der Polarisierung entstehenden Teile sind wie zwei Pole zwischen denen Spannung herrscht. Nimmt man einen weg, verschwindet auch der Andere. Es gibt also eine hohe Abhängigkeit zwischen den beiden Polen (Gegensätzen), was beweist, daß hinter ihnen eine Einheit steht, die wir aber als solche in ihrer Gleichzeitigkeit nicht wahrnehmen können. Die früheren Kulturen hatten das Problem nicht so stark ausgeprägt wie einige Vokabel zeigen:

·        Altus (lat.) =     „hoch“ als auch „tief“

·        Pharmacon (griech.) = „Gift“ als auch „Heilmittel“

Die Polarität erleben wir subjektiv im Wechsel zweier Bewusstseinszustände: Wachen und Schlafen. So sprechen wir auch oft von einer Tag- und einer Nacht-Seite unserer Seele.

Die Polarität bedingt so auch die Teilung unseres Bewusstseins in Ober Bewusstsein und Unbewusstes. In der Neuzeit unterscheidet man ein weiteres nämlich das Unterbewusstsein. Es entsteht so das Bild des geschichteten Bewusstseins.

 

 

 

 

Der Mensch grenzt sich durch sein ICH vom Allumfassenden (Kreis) ab, wodurch sein begrenztes Oberbewusstsein entsteht. Dadurch hat er keinen Zugang mehr zum restlichen kosmischen Bewusstsein - Es ist ihm unbewusst. Die Trennlinie zwischen dem Oberbewusstsein und dem Unbewussten ist eine Trennschicht die wie eine Membran nach beiden Seiten durchlässig ist (Unterbewusstsein). So können Inhalte von oben nach unten (vergessen) und von unten nach oben (Träume, Visionen) wandern.

Der Zustand der Erleuchtung wäre erreicht, wenn die Grenze, dass Unterbewusstsein, wegfallen würde. „Ich (Oberbewusstsein) und mein Vater (Unbewusstes) sind eins“.

Der Aufbau des Hirns folgt dem Plan der Polarität. Die beiden Gehirnhälften unterscheiden sich in ihrer Funktion und ihrem Leistungsbereich.

Die linke Hemisphäre („Verbale Hemisphäre“): Logik, Struktur der Sprache, Lesen, Schreiben, analytisch, rational, Zahlen, Rechnen, Zeitempfinden

Die rechte Hemisphäre:   Ganzheitliche Erfassung von Zusammenhängen, lediglich archaische Sprachformen die eher Klangbildern und Assoziationen folgen, Analogiedenken, Bild- und Traumdenken

Je nach Anlass ist die linke oder rechte Gehirnhälfte dominant, hat aber jederzeit Informationen von der subdominanten Hälfte zur Verfühgung. Diese polare Spezialisierung denkt sich mit uralten esoterischen Polaritätslehren:

Yang

Yin

Männlich

Weiblich

Sonne, aktiv, positiv

Mond, passiv, negativ

Tagesbewusstsein

Unbewusstes

Linke Hemisphäre

Rechte Hemisphäre

Es ist leicht einzusehen, wie un-heil ein Mensch wäre, wenn er nur eine Hirnhälfte besäße. Heute herrscht die linke Gehirnhälfte in unserem Weltbild vor. Die rechte Gehirnhälfte wird bedeutend weniger geschätzt.

Verliert man nun aus dem Auge, dass Heilung immer Annäherung ans Heilsein im Sinne der Einheit bedeutet, dann versucht man, das Ziel der Heilung innerhalb der Polarität zu finden – und das führt garantiert zum Misserfolg.

Innerhalb der Polarität gibt es kein absolutes gut oder böse, richtig oder falsch. Jede Wertung ist subjektiv. Die Lösung liegt darin, alle Alternativen als gleich gut und richtig bzw. gleich böse und falsch zu betrachten, d.h. in Richtung Einheit zu sehen und zu gehen. Es gibt also gar nichts zu verbessern, außer der eigenen Sichtweiße.

Das Komplementärprinzip

Verhindert die Polarität die Einheit in ihrer Gleichzeitigkeit, so wird diese über die Zeit wieder hergestellt, indem jeder Pol durch die Nachfolge seines Gegenpols ausbilanziert wird. Sie sorgt für das Gleichgewicht der Pole. Es ist unmöglich einen Pol zu behalten während man den anderen aus der Welt schafft. Man will Gesundheit und bekämpft Krankheit. Wir müssen lernen, oszillierend polar zu denken, indem wir beide Pole nacheinander immer wieder betrachten! Denn wenn wir versuchen einen Pol zu nähren, wächst ungesehen der Gegenpol proportional mit!

 


 

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Stand: 09. May 2008